1000 O P T I M I S M U S Forschung & Lehre 12|22 Was ist das Beste an Ihrem Beruf? Die Kombination aus zwei Welten: Die sehr große inhaltliche Freiheit – wie Selbstständige – und die sehr gute Absicherung der Lebensverhältnisse eines Beamten. Welcher Rat war für Ihre berufliche Karriere besonders hilfreich? „Qualität“ kommt von sich quälen. In derWissenschaftspolitik gibt es viele Baustellen.Welche hat Vorrang? Die Förderung des wissenschaftlichen Nachwuchses. Was haben Sie erst vor kurzem entdeckt? Hegel als den Philosophen der Freiheit. Welcher Illusion geben Sie sich gerne hin? Dass meine geistige Schaffenskraft bis ins hohe Alter bestehen bleiben wird. Was empfinden Sie als Glück? Einen Gestaltwechsel – etwas plötzlich aus einer ganz neuen Perspektive zu sehen. Was ist des Guten zu viel? Die Reglementierung der Alltagssprache. Welche Hoffnung haben Sie aufgegeben? Selbst künstlerisch produktiv zu sein. Wie gehen Sie mit Durststrecken um? Indem ich mich an Zeiten erinnere, die ich im Prozess auch als Durststrecken erlebt habe und die sich im Nachhinein als notwendiger nächster Schritt erwiesen haben. Wovon lassen Sie sich inspirieren? Von Gesprächen in meiner Familie und mit Freunden sowie von historischen Untersuchungen, die die reale Vielfalt menschlicher Lebensverhältnisse aufzeigen. Worüber haben Sie zuletzt gestaunt? Dass für begabte junge Menschen die Universitätslaufbahn nur eine Option unter anderen ist: s.o.? Wo werden Sie schwach? Wenn erkennbar ist, dass jemand sich viel Mühe gegeben hat, auch wenn das Ergebnis mager ist. Man nennt so etwas dann wohl die pädagogische Benotung. Worüber können Sie lachen? Ein säumiger Kollege antwortete auf meine dringende Nachfrage nach seinem Gutachten mit Robert Gernhardt: K U R Z V I TA Professor Dr. Gerhard Blickle 63 Jahre alt, verheiratet, zwei erwachsene Kinder, Promotion in Heidelberg, Universitätsprofessor für Arbeits- und Organisationspsychologie an der Universität Bonn, ehemaliges Mitglied des Fachkollegiums Psychologie der DFG, ehemaliger Presbyter der Evangelischen Kirche im Rheinland, Liebhaber von Landschaftsgärten. „Ich sprach nachts: Es werde Licht! Aber heller wurd‘ es nicht (….) Da ward auch dem Dümmsten klar, dass ich nicht der Heiland war.“ Was gehört für Sie zu einem gelungenenTag? Die Hoffnung, dass der nächste Tag gelingen möge. Was antworten Sie Schwarzmalern? Geduldiges Beobachten und Forschen kann die allermeisten Probleme lösen. Ist Optimismus Pflicht? Eher eine Tugend! optimistisch? Am Ende
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