924 N A C H R I C H T E N Forschung & Lehre 12|22 Nachrichten Täglich aktuelle Nachrichten auf www.forschung-und-lehre.de 2023 doch mehr Geld für den DAAD und die Humboldt-Stiftung Bei einer „Bereinigungssitzung“ hat der Haushaltsausschuss des Deutschen Bundestages den Bundeshaushalt 2023 beschlossen. Dabei geht der Bund von Ausgaben in Höhe von insgesamt etwa 476 Milliarden Euro aus, teilte der Ausschuss mit. Diese Summe liege etwa 31 Milliarden Euro über dem ursprünglichen Regierungsentwurf. Gegenüber 2022 sollen die Ausgaben allerdings 19,5 Milliarden Euro niedriger sein. Der Deutsche Akademische Austauschdienst (DAAD) wird mehr Geld vom Bund erhalten als noch im Sommer diesen Jahres geplant: Vom Auswärtigen Amt soll die Organisation laut Deutschlandfunk etwa 31 Millionen Euro mehr Grundfinanzierung erhalten. Geplant waren ursprünglich 191 Millionen Euro, nun werden es wohl 222 Millionen Euro, ein Rekordergebnis. Auf Anfrage von „Forschung & Lehre“ begrüßte der DAAD die signifikante Budgetsteigerung, die der Bundeshaushalt 2023 für ihn vorsieht. Während der vergangenen Monate hatte der DAAD sich für die Rücknahme der vorgesehenen Kürzungen seiner Grundfinanzierung im kommenden Jahr bemüht. Der DAAD sagte, dass man sich beim Auswärtigen Amt dafür einsetzen werde, mit den zusätzlichen Mitteln die im Sommer angekündigten Kürzungen bei den Kurzzeitprogrammen, Langzeitstipendien und Lektoraten rückgängig zu machen. Zudem seien diese Mittel auch mit besonderen Maßnahmen verbunden, um in Abstimmung mit dem Auswärtigen Amt Menschen aus der Ukraine und dem Iran zu unterstützen. Die Alexander von Humboldt-Stiftung soll 2023 mit zusätzlichen 6,5 Millionen Euro ebenfalls mehr Geld vom Bund erhalten, als der Haushaltsentwurf besagte. Die Stiftung zeigte sich auf Anfrage von „Forschung & Lehre“ erfreut über das starke Signal für den Stellenwert ihrer Arbeit, denn ursprünglich war im Haushaltsentwurf eine Kürzung um rund acht Prozent vorgesehen. Dies hätte drastische Einschnitte in der Förderung internationaler wissenschaftlicher Kooperationen bedeutet, weniger Stipendien und die Einstellung ganzer Förderprogramme. Stiftungspräsident Professor Hans-Christian Pape erklärte zur Haushaltsentscheidung, dass es wichtig sei, dass die Stiftung die Mittel frei einsetzen könne, um einen Teil der zuletzt noch drohenden Einschnitte in Kernbereichen der Stiftung vermeiden zu können. Über die genaue Mittelverwendung spreche man aktuell mit dem Auswärtigen Amt, so Pape. Die Zuwendungen des Bundesministeriums für wirtschaftliche Zusammenarbeit und Entwicklung und des Bundesumweltministeriums seien weitgehend konstant geblieben, während die Stiftung vom Bundesministerium für Bildung und Forschung (BMBF) ein etwas höheres Budget erhalten werde. Gut 891 Millionen Euro soll das BMBF 2023 mehr erhalten als bisher vorgesehen. Laut Haushaltsausschuss des Bundestags sollen dem BMBF im kommenden Jahr insgesamt 21,46 Milliarden Euro zur Verfügung stehen, nicht wie im Entwurf noch geplant 20,57 Milliarden Euro. Ein großer Teil der zusätzlichen Gelder ist für die Umsetzung der beabsichtigten Einmalzahlung von 200 Euro an Studierende, Fach- und Berufsschülerinnen und -schüler gedacht. Dieser Ausgleich für die finanziellen Belastungen durch die hohen Energiepreise und die Inflation ist mit insgesamt 700 Millionen Euro im Budget vorgesehen. Promotionsrecht für HAW in NRW verliehen Das Ministerium für Kultur und Wissenschaft hat den Hochschulen für angewandte Wissenschaften (HAW) in Nordrhein-Westfalen (NRW) offiziell ein eigenständiges Promotionsrecht verliehen, teilte das „Promotionskolleg für angewandte Forschung in NordrheinWestfalen“ mit. Die Hochschulen erhalten das Promotionsrecht gesammelt über das Promotionskolleg, einer vor zwei Jahren gegründeten hochschulübergreifenden wissenschaftlichen Einrichtung der HAW. Bislang waren Promotionen an HAW nur in Kooperation mit einer Universität möglich. Das Kolleg kann nun laut Mitteilung ab sofort eigenständige Promotionsverfahren durchführen und Doktorgrade vergeben. An dem Kolleg promovieren Hochschulabsolventinnen und -absolventen „in strukturierten Programmen“ und mit Begleitung durch erfahrene Lehrende. Vorangegangen war eine positive Evaluation des Promotionskollegs durch den Wissenschaftsrat im Juli.
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