Forschung & Lehre 12/2022

926 N A C H R I C H T E N Forschung & Lehre 12|22 Klimaaktivisten besetzen Hörsäle An verschiedenen Universitäten in Deutschland hatten Studierende Hörsäle und Gebäude besetzt. Damit schlossen sie sich nach eigenen Angaben weltweiten Protesten an, um für effektiven Klimaschutz und soziale Gerechtigkeit einzutreten. Aktionen fanden u.a. an den Universitäten in Köln, Duisburg, Erlangen, Göttingen, Marburg und Regensburg und am Karlsruher Institut für Technologie statt. Mit Material von dpa Vier von zehn Studierenden von Armut gefährdet Rund 38 Prozent der Studierenden in Deutschland waren im vergangenen Jahr armutsgefährdet. Noch höher war das relative Armutsrisiko für diejenigen, die allein oder ausschließlich mit anderen Studierenden zusammenlebten: 76 Prozent von ihnen waren armutsgefährdet, teilte das Statistische Bundesamt mit. Es handelt sich um Erstergebnisse einer europaweiten Statistik. Zum Vergleich: Insgesamt waren im vergangenen Jahr rund 16 Prozent der Bevölkerung in Deutschland von Armut bedroht. Als armutsgefährdet gilt eine Person, wenn sie über weniger als 60 Prozent des mittleren Einkommens der Gesamtbevölkerung verfügt. 2021 lag dieser Schwellenwert für eine alleinlebende Person in Deutschland bei 1 251 Euro im Monat. CSU-Generalsekretär verzichtet auf Doktorgrad CSU-Generalsekretär Martin Huber verzichtet freiwillig auf das Führen seines Doktorgrads. Damit reagierte Huber auf die Überprüfung seiner Doktorarbeit durch die Münchner Ludwig-Maximilians-Universität (LMU). Der zuständige Promotionsausschuss hatte laut Mitteilung der LMU letztlich zwar keine „nachgewiesene Täuschung“ gesehen, aber festgestellt, „dass die Handhabung der Formalia als wissenschaftliche Technik nicht den wissenschaftlichen Anforderungen an eine Dissertation entspreche“. Hubers Arbeit hätte demnach seinerzeit „nicht als Dissertationsleistung angenommen werden dürfen“. Mit Material von dpa Gas-Soforthilfe auch für Bildungseinrichtungen Auch Bildungs- und Forschungseinrichtungen profitieren nach Angaben von Forschungsministerin Bettina StarkWatzinger von der Gaspreis-Entlastung, die im Bundeskabinett auf den Weg gebracht wurde. Es sei gut, dass sich die Bundesregierung darauf verständigt habe, Einrichtungen des Bildungs-, Wissenschafts- und Forschungsbereichs bei der Soforthilfe zu berücksichtigen, sagte die FDP-Politikerin der Deutschen Presse-Agentur. Wegen der hohen Energiepreise ist geplant, dass der Staat für Gas- und Fernwärmekundinnen und -kunden die Abschlagszahlungen für den Dezember übernimmt. Stark-Watzinger bezeichnete es als ein besonderes Anliegen, dass die Bildungs- und Forschungseinrichtungen auch unter die nachgelagerte Gas- und Strompreisbremse samt vorgesehener Härtefallregelung fielen. Besonders energieintensive Forschungseinrichtungen seien von der Energiekrise betroffen. Sie warnte vor drastischen Einschnitten beim Forschungsbetrieb „mit spürbaren Konsequenzen für die Forschung und auch den wissenschaftlichen Nachwuchs“. Mit Material von dpa Täglich aktuelle Nachrichten auf www.forschung-und-lehre.de Wissenschaftsorganisationen bestürzt über Gewalt im Iran Die Hochschulrektorenkonferenz (HRK) hat sich bei ihrer Mitgliederversammlung gegenüber Hochschulangehörigen sowie Bürgerinnen und Bürgern im Iran solidarisch gezeigt, die sich für Frauen- und Menschenrechte einsetzen. Die Mitglieder der HRK appellierten an die iranische Staatsführung, auf die Anwendung von Gewalt zu verzichten, den Dialog zu suchen und die Freiheit der Meinungsäußerung und der Wissenschaft zu achten. Seit Mitte September demonstrieren Iranerinnen und Iraner, darunter auch viele Studierende und Forschende, gegen die iranische Staatsführung und sind dabei Gewalt ausgesetzt. Im Iran gilt der Campus einer Hochschule als gesetzlich geschützter Raum, der Zugriffe durch die staatlichen Sicherheitskräfte eigentlich nicht zulässt, trotzdem sind laut HRK-Mitteilung Polizei und andere Sicherheitskräfte auch dort wiederholt gewaltsam gegen friedlich demonstrierende Hochschulangehörige vorgegangen, hätten Hochschulgebäude gestürmt und Studierende festgenommen. HRK-Präsident Professor Peter-André Alt dankte außerdem den deutschen Hochschulen für die Solidarität, die sie Studierenden und Forschenden aus dem Iran derzeit entgegenbrächten. Auch der Wissenschaftsrat hat zusammen mit sechs anderen europäischen Wissenschaftsräten in einer gemeinsamen Erklärung seine Sorge über die Situation der Wissenschaftsgemeinschaft im Iran ausgedrückt. Gute Noten fürWissenschaftsminister, Rektoren und Präsidenten? Wen wählen die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler zum/zur „Wissenschaftsminister/in des Jahres“ und „Rektor/in/Präsident/in des Jahres“? Der Deutsche Hochschulverband (DHV) ruft seine Mitglieder einmal im Jahr dazu auf, die Arbeit des Rektors/der Rektorin bzw. des Präsidenten/ der Präsidentin ihrer Hochschule nach Schulnoten von eins bis sechs zu bewerten. Gleiches gilt für die Leistung ihrer jeweiligen Landeswissenschaftsministerin bzw. ihres jeweiligen Landeswissenschaftsministers sowie der Bundesministerin für Bildung und Forschung. Fühlen sich die Wissenschaftlerinnen und Wissenschaftler von den Entscheidungsträgerinnen und Entscheidungsträgern in Politik und Hochschulen gut vertreten? Bis zum 9. Dezember 2022 haben alle 33 000 DHVMitglieder Gelegenheit, sich mittels eines geschützten Passworts an einer OnlineAbstimmung zu beteiligen. Das Bewertungsverfahren wurde in Zusammenarbeit mit dem Zentrum für Evaluation und Methoden der Universität Bonn entwickelt. Die Auszeichnungen werden im Rahmen der „Gala der Deutschen Wissenschaft“ am 3. April 2023 in Berlin verliehen. Der Preis „Rektor/ in/Präsident/in des Jahres“ ist mit einem Preisgeld von 10 000 Euro dotiert und wird von „Santander Universitäten“ gestiftet. Der Preisträger soll die Mittel zweckgebunden für ein hochschulbezogenes Projekt verwenden.

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