Forschung & Lehre 12/2022

zusammen, das heißt, dass die Empfindlichkeit des Tests in den frühen Stadien mit 30 Prozent nicht so groß ist wie bei den fortgeschrittenen Erkrankungen (84 Prozent). Zusätzlich stehen die Ergebnisse des Tests in einer großen populationsbasierten Kohorte noch aus, diese Studie wird gerade durchgeführt. Nichtsdestotrotz hat die „Liquid Biopsy“ das Potenzial, die Früherkennung und damit Heilbarkeit von Krebserkrankungen zu verbessern – besonders bei Erkrankungen ohne vorhandene Früherkennungsmethode oder in Kombination mit etablierten Methoden. Ein zweiter Grund, warum Krebserkrankungen so schwer heilbar sind, ist, dass sie aus körpereigenen Zellen entstehen und damit der Immunabwehr häufig entgehen können. Das liegt daran, dass das Immunsystem darauf trainiert ist, körperfremde Gefahren wie Viren und Bakterien zu erkennen und körpereigene Zellen zu tolerieren. Zusätzlich bilden Krebszellen sogenannte „Immuncheckpoints“, die die tumorbekämpfenden Immunzellen wie zytotoxische T-Zellen und NK-Zellen hemmen können. Nichtsdestotrotz sind Tumorzellen aufgrund z.B. von Mutationen, die sie von normalen Zellen unterscheiden, prinzipiell sichtbar für das Immunsystem und können eliminiert werden. Das bessere Verständnis der „Immuncheckpoints“ (PD-1/CTLA4) und die Entwicklung gezielter Immuntherapien haben in den letzten Jahren einen rasanten Fortschritt in der Behandlung vieler Krebserkrankungen gebracht. Durch diese Therapiestrategie ist es möglich geworden, das Überleben vieler Patientinnen und Patienten u.a. mit Lungenkarzinomen, Melanomen, gastrointestinalen Tumorerkrankungen, Blasenkarzinomen, Nierenkarzinomen, Kopf-Hals-Tumoren und Lymphomen zu verlängern. Es konnte gezeigt werden, dass durch die therapeutische Blockade der genannten „Immuncheckpoints“ anhaltende tumorspezifische T-Zellantworten erzeugt werden können, die in der Lage sind, Krebserkrankungen zu kontrollieren. Das ist ein Durchbruch auf dem Weg zur Behandlung von Krebserkrankungen, insbesondere, weil ein Teil der Patientinnen und Patienten ein Langzeitansprechen und möglicherweise eine Heilung von bislang unheilbar fortgeschrittenen Tumorstadien erzielen kann. Die Forscher James Allison und Tasuku Honjo, die maßgeblich an dieser Entwicklung beteiligt waren, wurden 2018 mit dem 12|22 Forschung & Lehre Z I E L E 939 Die Internationale Balzan Stiftung freut sich, die Verleihung der diesjährigen und die Ausschreibung der nächstjährigen Preise bekannt zu geben Balzan Preisträger 2022 für Moralphilosophie Martha Nussbaum (USA) für Ethnomusikologie Philip V. Bohlman (USA) für Biomaterialien für die Nanomedizin und die Gewebetechnik Robert Langer (USA)) für Vereisung und Dynamik der Eisschicht Dorthe Dahl-Jensen (Dänemark) und Johannes (Hans) Oerlemans (Niederlande) Preissumme und Forschungsprojekte Jeder Balzan Preis ist mit 750 000 Schweizer Franken dotiert. Die Hälfte davon muss – vorzugsweise unter Beteiligung von Nachwuchswissenschaftlern – für Forschungsarbeiten, Veröffentlichungen, Verbreitung, Instrumentenausrüstung usw. bestimmt werden. Balzan Preise 2023 2023 werden auf folgenden Gebieten Balzan Preise vergeben: – Weltliteratur – Evolution der Menschheit: Paläoanthropologie – Evolution der Menschheit: antike DNA und Evolution der Menschheit – Hochauflösende Bilder von planetarischen Körpern bis zu kosmischen Objekten Universitäten und andere wissenschaftliche Institutionen werden eingeladen, dem Preisverleihungskomitee der Internationalen Balzan Stiftung bis 15. März 2023 Vorschläge für die Preise 2023 mit folgenden Unterlagen einzureichen: – Begründung des Vorschlags – Lebenslauf mit Angabe von Nationalität, Geburtsdatum, -ort und -jahr sowie früheren und gegenwärtigen akademischen und sonstigen Ämtern – Liste der wichtigsten Veröffentlichungen – Anschrift, Foto Eigenkandidaturen werden nicht berücksichtigt. Kontaktadresse: Comitato Generale Premi Presidente Luciano Maiani Fondazione Internazionale Balzan „Premio“ Piazzetta Umberto Giordano 4 I-20122 Milano Tel. +39-02-7600.2212, Fax +39-02-7600.9457 E-Mail: balzan@balzan.it Ziel und Organisation der Balzan Stiftung Die Internationale Balzan Stiftung verfügt über zwei Niederlassungen, die eine nach italienischem, die andere nach Schweizer Recht. Die Internationale Stiftung Preis E. Balzan „Preis“, mit Sitz in Mailand, verfolgt das Ziel, ohne Ansehen von Nationalität, Rasse oder Religion, die Kultur und Wissenschaften sowie die verdienstvollsten humanitären Initiativen für den Frieden und die Brüderlichkeit unter den Völkern zu fördern. Dies geschieht durch die alljährliche Verleihung von Preisen sowie – im Abstand von nicht weniger als drei Jahren – eines Preises für Humanität, Frieden und Brüderlichkeit unter den Völkern. Das Preisverleihungskomitee der Stiftung „Preis“ beschliesst jährlich die Preisträger aus Kandidatenvorschlägen, die von international renommierten Kultur- und Wissenschaftseinrichtungen (Universitäten, Forschungsinstituten, Akademien) sowie von namhaften Persönlichkeiten, deren sachliche Zuständigkeit vom Komitee anerkannt ist, erbeten werden. Die Internationale Stiftung Preis E. Balzan „Fonds“, mit Sitz in Zürich, bezweckt die Zusammenfassung, den Schutz und die Verwaltung der von Eugenio Balzan hinterlassenen Vermögensmasse, um der Internationalen Stiftung Preis E. Balzan „Preis“ die zur Verwirklichung ihres Zieles notwendigen finanziellen Mittel zur Verfügung zu stellen. Im Unterschied zu anderen Preisen werden die Balzan Preise jedes Jahr in wechselnden Fachgebieten der Natur- und Geisteswissenschaften vergeben. Dadurch können neue Forschungsrichtungen sowie wichtige, jedoch von anderen grossen Preisen vernachlässigte Forschungsbereiche gefördert werden. Für weitere Informationen: E-Mail: balzan@balzan.it – https://www.balzan.org Anzeige

RkJQdWJsaXNoZXIy MjMxMzg=