12|22 Forschung & Lehre D A T E N S C H U T Z 953 deokonferenzsystemen wird somit keine amerikafeindliche protektionistische Politik umgesetzt. Auch verhindert sie nicht die Arbeitsfähigkeit der Hochschulen und die Erfüllung ihres Lehrauftrags. Auf beides hat die Aufsichtsbehörde jetzt über zwei Jahre Rücksicht genommen. Sie hat während dieser Zeit immer wieder darauf hingewiesen, dass die Hochschulen nicht auf Videokonferenzsysteme angewiesen sind, die personenbezogene Daten in die USA übertragen. Vielmehr können sie auch leistungsfähige Systeme einsetzen, die die Daten nur in der EU verarbeiten. Dies führt zu einem zweiten Argument, das in dieser Diskussion beachtet werden muss: Wenn wir aus der „Zeitenwende“ etwas gelernt haben, dann ist es die Erkenntnis, dass wir technische und wirtschaftliche Abhängigkeiten soweit wie möglich vermeiden müssen. Dies gilt nicht nur für die Energieabhängigkeit, sondern in der digitalen Transformation mindestens ebenso für die Abhängigkeit von fremder Informationstechnik. Daher verfolgen die Europäische Kommission, die Bundesregierung und alle Landesregierungen das Ziel digitaler Souveränität. Um diese als Voraussetzung und Folge digitaler Selbstbehauptung zu verbessern, sind koordinierte Anstrengungen in vielen Politikbereichen wie der Wirtschaftsund Industrie-, Wettbewerbs-, Forschungs-, Bildungs-, Rechts- und Digitalpolitik erforderlich. Die Zielsetzung digitaler Souveränität kann auch in einem rechtsstaatlichen Sinn verstanden werden: Es geht um den Einsatz von Informationstechnik, die es den Verantwortlichen ermöglicht, ihre rechtlichen Verpflichtungen – auch im Datenschutz – zu erfüllen. Mehr digitale Souveränität anstreben Auch wenn eine vollständige digitale Souveränität nicht zu erreichen sein wird, sind Anstrengungen notwendig, die bestehenden Abhängigkeiten im Rahmen des Möglichen abzubauen. Dies soll vor allem durch Stärkung der eigenen ITWirtschaft und durch den Einsatz von Open Source-Systemen erreicht werden. Viele Maßnahmen, die sich an dem Ziel digitaler Souveränität orientieren, sind inzwischen auf den Weg gebracht – wie etwa auf Bundesebene die Souveräne Verwaltungscloud, der Souveräne Arbeitsplatz, der Sovereign Tech Fund und das Zentrum für Digitale Souveränität der Öffentlichen Verwaltung (ZenDiS). Auf Länderebene werden z.B. in Hessen die Schulen künftig ihre Videokonferenzen mit dem Open Source-System „BigBlueButton“, betrieben von German Edge Cloud, durchführen und die Landesverwaltung wird ihre Videokonferenzen mit dem Open Source-System „Jitsi“, betrieben durch T-Systems, abhalten. Die Hochschulen, gerade in Hessen, sollten nicht die letzten sein, die diesen Weg zu mehr digitaler Souveränität beschreiten. „Das Studium in Osnabrück ermöglichte mir neue Blickwinkel auf das Management von Hochschulen und Wissenschaft.“ Michael G. ZERTIFIKATSPROGRAMM – CAS Certi!cateof Advanced Studies PERSONALMANAGEMENT IN HOCHSCHULEN UND WISSENSCHAFT Berufsbegleitende Weiterbildung im Umfang von15 ECTS Individuell &!exibel –Zerti!katsstudium Hochschul- und Wissenschaftsmanagement an der Hochschule Osnabrück • Human Resource Management • Diversity Management • Personalentwicklung und Karriere im Wissenschaftssystem Wir bieten ein kompaktes Studienkonzept ausgerichtet auf Berufstätige, Kontaktphasen in Blöcken an Wochenenden und integrierten Online-Phasen mit individueller Betreuung und Beratung. Neugierig geworden? Informieren Sie sich auf www.hs-osnabrueck.de/cas-wissenschaftsmanagement Anzeige
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