974 K A R R I E R E Forschung & Lehre 12|22 die Professur für Bürgerliches Recht einschließlich Wirtschaftsrecht und/oder ein Grundlagenfach an die Universität Rostockangenommen. Prof. Dr. MaximilianTodtenhaupt, Norwegian School of Economics Bergen (Norwegen), hat einen Ruf auf die W3-Professur für Volkswirtschaftslehre mit Schwerpunkt Öffentliche Finanzen an die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover angenommen. Prof. Dr. Annike Wille, Universität Klagenfurt (Österreich), hat einen Ruf auf die W2-Professur für Didaktik der Mathematik an die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover angenommen. Mathematik, Naturwissenschaften Dr. Klaus Boldt, Universität Konstanz, hat zum 1. Oktober 2022 einen Ruf auf die W2-Professur für Photonische Nanomaterialien an der Universität Rostockangenommen. Prof. Dr. Michèle Heurs, Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover, hat einen Ruf auf die W3-Professur für Quantenkontrolle an die Gottfried Wilhelm Leibniz Universität Hannover angenommen. Dr. Marc Nowaczyk, RuhrUniversität Bochum, hat den Ruf auf die W3-Professur für Biochemie an die Universität Rostockangenommen. PD Jude Marek Przyborski, PhD, Justus-Liebig-Universität Gießen, hat den Ruf auf die W2-Heisenberg-Professur für Biochemie und Molekularbiologie mit dem Schwerpunkt Infektionsbiologie an der Justus-Liebig-Universität Gießenangenommen. Dr. Daniel Vollprecht, Montanuniversität Leoben (Österreich), hat zum 1. August 2022 den Ruf auf die W3-Professur für Resource and Chemical Engineering an der Universität Augsburg angenommen. Humanmedizin/ Gesundheitswissenschaften PD Dr. med. Claas Buschmannwurde mit Wirkung vom 5. Oktober 2022 amInstitut für Rechtsmedizin des Universitätsklinikums Schleswig-Holsteinzum außerplanmäßigen Professor ernannt. PD Dr. med. Irina Falkenberg, Philipps-Universität D R E I F R A G E N A N : Professor Christian Bayer, Institute für Macroeconomics and Econometrics, Universität Bonn, Hermann-Heinrich-Gossen-Preisträger 2022 Womit begann Ihre Begeisterung für die Makroökonomie? Mit Sicherheit war die Arbeitslosigkeit der 1990er Jahre eine wichtige Triebfeder dafür, dass ich Volkswirtschaftslehre studiert habe. Im Jahr, als ich anfing zu studieren, durchbrach die Arbeitslosigkeit gerade die Vier-Millionen-Marke. Sie stieg von Jahr zu Jahr weiter. Gleichzeitig wurde mir während des Studiums sehr früh klar, dass man makroökonomische Phänomene nicht ohne einen detaillierten mikroökonomischen Unterbau verstehen kann. Ökonomische Akteure sind äußerst heterogen. Sie haben sehr verschiedene Rahmenbedingungen für ihre Entscheidungen. Diese Rahmenbedingungen sind wiederum auch Ergebnis ökonomischer Prozesse und Institutionen. Diese Wechselwirkungen zu verstehen und wie sie sich auf gesamtwirtschaftliche Ergebnisse auswirken, fasziniert mich jetzt seit 25 Jahren. Sie beschäftigen sich insbesondere mit den Auswirkungen von makroökonomischen Schocks. Was versteht man darunter? „Schocks“ bezeichnen in der Makroökonomik all die unerwarteten Veränderungen, die zu gesamtwirtschaftlichen Veränderungen führen. Konjunkturelle Schwankungen werden in der Volkswirtschaftslehre seit gut 50 Jahren nicht mehr als deterministische und zyklenhafte Veränderungen angesehen. Das Auftreten des Coronavirus oder den russischen Überfall auf die Ukraine kann man als so einen Schock verstehen. Aber auch andere große Überraschungen können konjunkturelle Entwicklungen anstoßen: Erfindungen, Wahlen oder das Auftauchen neuer sozialer Narrative. Inwiefern sind Ihre Forschungsergebnisse hilfreich in der aktuellen Energiekrise? Meine Forschung betont einerseits, dass finanzielle Unsicherheit bei privaten Haushalten gesamtwirtschaftliche Folgen hat, und andererseits die Rolle von fixen Kosten für Investitionsentscheidungen. Beide Aspekte haben heute eine Relevanz. Es hilft die Konjunktur zu stützen, wenn Haushalte durch bedingte Einkommensunterstützung, wie durch die Gaskostenbremse, nicht mehr so hohen Risiken gegenüber stehen. Dann fragen Haushalte mehr nach, sei es bei direkten Investitionen, sei es im Konsum. Was Firmen angeht, legt meine Forschung nahe, dass ihre Anpassungsfähigkeit größer ist, als es ihre besonders geringen Änderungen der Produktion bei kleinen Preisänderungen vermuten lassen. Das macht doch vielleicht Mut. Die Fragen stellte Friederike Invernizzi. Täglich aktuelle Nachrichten auf www.forschung-und-lehre.de
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